SIAE-Generaldirektor

Matteo Fedeli

Portraet von Matteo Fedeli, SIAE-Generaldirektor

Das Bild, das sich abzeichnet, ist das eines vielschichtigen Oekosystems, in dem Wachstum und kritische Aspekte nebeneinander bestehen, in dem sich die Nachfrage auf die grossen Events konzentriert und die im Land weiter verbreiteten Realitaeten geschuetzt werden muessen. In diesem Sinne bleibt die Rolle der SIAE zentral: Gleichgewicht zu gewaehrleisten, das Urheberrecht zu schuetzen und die gesamte kreative Wertschoepfungskette zu unterstuetzen.

Der SIAE-Bericht 2025 zeichnet das Bild eines Live-Veranstaltungssektors, der seine Erholung inzwischen gefestigt und nach Jahren starker Diskontinuitaet einen neuen Gleichgewichtspunkt erreicht hat. Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: ueber 3,3 Millionen Veranstaltungen, rund 253 Millionen Zuschauer und Gesamtausgaben von 4,3 Milliarden Euro. Bei einer im Wesentlichen stabilen Mengenentwicklung tritt das Wachstum des erzeugten wirtschaftlichen Werts deutlich hervor, mit einem Plus von 7% gegenueber 2024.

Diese Zahl ist besonders bedeutsam, weil sie eine qualitative Transformation des Marktes signalisiert: die durchschnittlichen Ausgaben pro Zuschauer steigen und naehern sich 17 Euro, und die durchschnittlichen Einnahmen pro Veranstaltung wachsen. Das Publikum nimmt also weiterhin teil, tut dies jedoch in einem Kontext, in dem die Kosten fuer Produktion, Organisation und Zugang hoeher sind. Das System beweist somit eine gute Faehigkeit, die inflationaeren Spannungen aufzufangen.

Innerhalb dieses Szenarios bestaetigen einige Bereiche ihre treibende Rolle. Die Live-Musik, insbesondere das Segment Pop, Rock und Unterhaltungsmusik, verzeichnet sehr dynamische Ergebnisse, mit einem deutlichen Wachstum sowohl der Besucherzahlen als auch der Gesamtausgaben, die die Milliarde Euro uebersteigen. Auch das Theater und der Jazz zeigen Zeichen von Vitalitaet, mit einem Wachstum der Nachfrage und der Einnahmen.

Neben diesen positiven Entwicklungen bestehen jedoch weiterhin Elemente der Fragilitaet. Einige, wie das Kino, das seinen Rueckgang der Zuschauerzahlen seit der Nach-Covid-Zeit fortsetzt, andere wie der Tanz und die Diskotheken oder der Zirkus, weisen einen Rueckgang sowohl beim Angebot als auch bei der Teilnahme auf. Es handelt sich um Bereiche, die Aufmerksamkeit und gezielte Massnahmen erfordern.

Das Bild, das sich abzeichnet, ist somit das eines vielschichtigen Oekosystems, in dem Wachstum und kritische Aspekte nebeneinander bestehen, in dem sich die Nachfrage auf die grossen Events konzentriert und die im Land weiter verbreiteten Realitaeten geschuetzt werden muessen. In diesem Sinne bleibt die Rolle der SIAE zentral: den Schutz des Urheberrechts und die Unterstuetzung der kreativen Wertschoepfungskette zu gewaehrleisten.

Die Daten des SIAE-Berichts stehen im Einklang mit dem, was auch im SIAE Annual Report 2025 hervorgehoben wird, der unterstreicht, wie das Gesamtwachstum der Einnahmen nicht nur vom Live-Bereich, sondern auch von der immer engeren Integration mit dem Digitalen getragen wird. Die Ausweitung der Online-Lizenzen und die Weiterentwicklung der Rechteverwaltung sind Schluesselelemente fuer die Zukunft des Sektors.

In diese Richtung fuegen sich auch die strategischen Leitlinien ein, an denen SIAE arbeitet: die Digitalisierung der Prozesse zu staerken, die Transparenz und die Zeitnaehe bei der Erhebung und Verteilung der Einnahmen zu verbessern und Autoren und Verleger immer wirksamer zu unterstuetzen. Es ist von grundlegender Bedeutung, die Entwicklung des Marktes mit innovativen Instrumenten zu begleiten.

Die Live-Auffuehrung bestaetigt sich einmal mehr als eine Saeule des kulturellen und wirtschaftlichen Lebens des Landes. Die Herausforderung, die vor uns liegt, besteht darin, dieses Wachstum zu festigen und es ausgewogener, inklusiver und nachhaltiger zu gestalten. SIAE wird weiterhin ihren Teil dazu beitragen, mit dem Ziel, die kreative Arbeit aufzuwerten und immer guenstigere Bedingungen fuer die Entwicklung des gesamten Sektors zu gewaehrleisten.

Matteo Fedeli, SIAE-Generaldirektor